ADRA hilft beim Wiederaufbau nach Überschwemmungen

Heftige Monsun-Regenfälle überschwemmten im September 2011 weite Teile Nord- und Ost-Indiens. Allein im Bundesstaat Orissa kamen ca. 100 Menschen ums Leben, mehr als zwei Millionen Inder mussten vor den Fluten fliehen. Ein Hilfsprojekt von ADRA konnte über 19.000 Menschen in Orissa beim Wiederaufbau unterstützen und ihre Lebenssituation verbessern. Eine Übersicht der durchgeführten Hilfe.

ADRA hilft Flutopfern in Orissa

Der Bundesstaat Orissa liegt an der Ostküste Indiens und hat mit einer Fläche von 155.707 km2 über 36.500.000 Einwohner. Etwa 65 Prozent der dort lebenden Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Im Schnitt fallen 200 cm Niederschlag pro Jahr, doch 2011 war es anders. Heftige Regenfälle hatten im September weite Teile im Norden und Osten Indiens überschwemmt – besonders betroffen war auch der Bundesstaat Orissa: ca. 100 Menschen kamen ums Leben, mehr als zwei Millionen mussten ihr Zuhause verlassen und vor den Fluten fliehen.

ADRA plant Hilfe für Flutopfer in Orissa

Unsere Schwesterorganisation ADRA Indien prüfte unmittelbar nach den Überschwemmungen, wie die Menschen vor Ort am besten unterstützt werden könnten, um nach der Flut wieder möglichst schnell in ihren Alltag zurückzufinden. In Zusammenarbeit mit ADRA Deutschland und finanzieller Unterstützung des Amtes für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) plante ADRA Indien ein sechsmonatiges Projekt in 12 Dörfern der Orte Aul und Mahakalpada.

Nothilfepakete für 5000 Betroffene

ADRA verteilte an über 5000 Menschen, die durch die Flut fast alles verloren hatten, Mittel des täglichen Bedarfs wie Matratzen, Moskitonetze, Handtücher und Schüsseln.

8100 Menschen nehmen an "Cash for Work" Programmen teil

Durch die Flut wurde ein Großteil der Ernte zerstört – die Haupteinnahmequelle vieler Einwohner. So genannte "Cash for Work" Programme von ADRA halfen 8100 Menschen, ihre Familie dennoch versorgen zu können. Jeweils 50 Tage halfen die Teilnehmer aktiv beim Wiederaufbau ihres Dorfes mit und erhielten dafür einen Lohn. Unter anderem wurden verschiedene Maßnahmen zur Reinigung des Trinkwassers und der Wiederherstellung der Gehwege im Dorf unternommen. 63 Trinkwasserbrunnen konnten repariert und angehoben werden, damit sie auch bei einer neuerlichen Überschwemmung sauberes Trinkwasser liefern, Wasserableitsysteme wurden gebaut, damit sich das Wasser bei einer neuerlichen Flut nicht so schnell staut. Auch die Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in der Lage waren, an den "Cash for Work" Programmen teilzunehmen, unterstützte ADRA finanziell.

Hygieneversorgung für 8100 Betroffene der Flut

8100 Betroffene der Monsun-Regenfälle erhielten von ADRA außerdem dringend benötigte Hygieneversorgung. Aufklärungskurse in den Schulen  brachten den Kindern den richtigen Umgang mit Wasser bei und informierten sie, wie wichtig die persönliche Hygiene ist, wie z.B. das Händewaschen nach dem Gang zur Toilette. Sie tragen ihr Wissen auch in die Familie und können so die Einstellung der Dorfbewohner zur Hygiene verändern. 137 Haushalte unterstützte ADRA außerdem während der Projektlaufzeit beim Bau von Notunterkünften. Dabei wurde vor allem darauf wertgelegt möglichst stabil zu bauen und somit das Risiko zu minimieren, dass die Häuser bei einer neuerlichen Katastrophe komplett zerstört werden. Die Helfer haben nun das Wissen, um auch bei neuen Häusern auf eine stabile Bauweise zu achten und damit die Sicherheit des Dorfes zu erhöhen.

Warum konnte ADRA nicht allen Notleidenden in Orissa helfen?

Natürlich gibt es tausende von Familien, die von den Überschwemmungen betroffen waren. Leider konnte ADRA aufgrund begrenzter Mittel nicht allen helfen. Deshalb prüften die Projektmitarbeiter in Zusammenarbeit mit den lokalen Dorfentwicklungskomitees, einem von den Dorfbewohnern gewählten Gremium für die Weiterentwicklung im Dorf, vor Durchführung der Projekte, welche Menschen besonders von einer Katastrophe betroffen waren. Darunter fielen vor allem diejenigen, die beispielsweise nicht in der Lage waren, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern, die zum Beispiel ohnehin wenig hatten und jetzt ums Überleben kämpften. Diesen Betroffenen konnte ADRA helfen. Es waren vor allem Menschen deren Haupteinnahmequelle die Landwirtschaft war und die nun kein Einkommen mehr hatten, Menschen niederer Kasten oder Stämme, ältere Menschen, Witwen, alleinerziehende Mütter, Kinder, deren Eltern bei der Flut ums Leben kamen oder sehr kranke Menschen, die beispielsweise an Tuberkulose oder HIV leiden.

Dank der Unterstützung zahlreicher Spender und der EU konnte dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden - über 19.000 Menschen konnten durch die Hilfe von ADRA ihre Lebenssituation verbessern und wieder Hoffnung schöpfen.