Holzkohle rettet Leben

Das Bergland am Hindukusch ist gezeichnet von einem schwelenden Krieg. Viele der dort lebenden Bewohner arbeiten als Tagelöhner und kämpfen besonders im Winter Tag für Tag ums nackte Überleben. ADRA hilft den Menschen in Kabul während der Wintermonate und versorgt die Ärmsten unter ihnen mit Decken, Schuhen, Plastikplanen und Holzkohle. In diesem Jahr ist der Winter in Afghanistan jedoch härter als erwartet und die Menschen brauchen dringend weitere Hilfe, um nicht am Kältetod zu sterben oder zu verhungern.

Hilfspakete für 1.320 Familien

Noch immer haben in Afghanistan regierungsfeindlich eingestellte, bewaffnete Gruppierungen wie die Taliban eine starke Position. Die Entwicklung von Politik und Verwaltung in Afghanistan ist weiterhin unbefriedigend, die Sicherheitslage noch immer prekär.

Viele Menschen fliehen daher aus den gefährdeten Provinzen in Regionen, die als relativ sicher gelten. Die Flüchtlinge besitzen nicht viel, um sich in den neuen Wohnorten wieder eine Existenz aufzubauen. Viele von ihnen wohnen in Flüchtlingslagern und Kriegsruinen. Ihre Zelte sind kaum größer als 6 m² und dort essen, schlafen, leben sie nicht selten mit bis zu vier Erwachsenen und zusätzlich bis zu sechs Kindern.

Verhungern oder erfrieren?

Das Leben ist nicht einfach für sie. Als Tagelöhner, auf Baustellen oder Märkten, verdienen sie gerade einmal so viel, dass sie nicht verhungern müssen. Doch im Winter wird selbst das zur Herausforderung. In Afghanistan herrschen besonders strenge Winter. Tagestemperaturen von bis zu -20 °C sind keine Seltenheit: Baustellen stehen still und auch Märkte haben kaum noch Bedarf an Tagelöhnern. Doch ohne ausreichende Einnahmen können sich die Menschen kaum Holzkohle zum Wärmen und Nahrungsmittel leisten. Oft stehen die Familienväter am Ende des Tages vor einer schweren Entscheidung: Kaufen sie Holzkohle für die kalten Nächte oder etwas zu essen. Besonders alte Menschen und Kleinkinder überleben die strengen Winternächte oft nicht. Aktuell sind in Afghanistan aber auch über 2 Mio. Menschen von Hunger bedroht. Es ist ein Abwägen, das letztendlich über Leben und Tod entscheiden kann.

ADRA hilft über 9.000 Menschen in Afghanistan

Für die besonders schwierige Zeit im Winter stellt ADRA jährlich Hilfsgüter für besonders bedürftige Menschen zur Verfügung. Ende 2011 erhielten ingesamt 1.320 Familien – das sind über 9.000 Einzelpersonen – in der Hauptstadt Kabul diese Unterstützung. Die Hilfspakete bestehen aus 6 Paar Schuhen, 4 Decken, 10 m² Plastikplanen und 30 kg Holzkohle.

Da der Winter in Afghanistan dieses Jahr besonders hart ist, haben die Hilfsempfänger die Holzkohle schon fast vollständig aufgebraucht, doch die Temperaturen bleiben weiter deutlich unter 0 Grad. Die Menschen in Afghanistan benötigen daher dringend weitere Unterstützung.

Wie werden die Begünstigten ausgewählt?

Alle Hilfsempfänger werden von der Regierung vorgeschlagen. In Zusammenarbeit mit der lokalen NRO RARA werden die verschiedenen Familien identifiziert und der Bedarf verifiziert. Dazu werden die potenziellen Empfängerfamilien besucht und der Grad der Bedürftigkeit geprüft. Zusätzlich werden die Hilfsempfänger befragt, welche Hilfsgüter am dringendsten benötigt werden, daran werden dann die Hilfslieferungen geplant.

Da Frauen und Kinder eine schwache und besonders schützenswerte Bevölkerungsgruppe sind, bietet ADRA jedes Jahr besonders armen Frauen, oft sind es Witwen mit Kindern, die Möglichkeit, bei der Produktion der Decken zu helfen. 2011 konnten sich so 95 Frauen mit der Herstellung von insgesamt 5.280 Decken ihr Einkommen und damit das Überleben während des Winters für sich und ihre Familien sichern.

Helfen Sie mit und spenden Sie, damit die Menschen in Afghanistan den Winter überleben.