ADRA stärkt die Bevölkerung im Osten Kenias gegen den Klimawandel

Das ostafrikanische Land mit großem Reichtum an artenreicher Tierwelt und einzigartigen Landschaften hat große Probleme. Mehr als 10 Millionen Einwohner leiden unter Nahrungsmittelknappheit aufgrund klimatischer Veränderungen. 35 Prozent der unter fünfjährigen Kinder sind unterernährt. Die Ernährungssituation Kenias wird von der Welthungerhilfe als ernst eingestuft. ADRA fördert die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen gegen Klimaveränderungen.

Durch chronische Unter- und Mangelernährung sind Kinder in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung verzögert. Fast die Hälfte aller Todesfälle bei den unter Fünfjährigen ist auf Mangelernährung zurückzuführen. Der Grundstein der Ernährungssicherung ist eine qualitativ gute und ausreichende landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion. Die meisten Familien im Osten Kenias leben von der Landwirtschaft. Steigende Temperaturen, lange Dürrezeiten und veränderte Regenzeiten sind jedoch ein Risiko für die Ernten. Die Ernährungssituation bleibt deshalb unsicher. Da in Kenia 45 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben (Weltbank 2015), ist der Zukauf von Nahrungsmitteln nicht oder nur begrenzt möglich.

Klimaveränderungen führen zu Hunger und Armut

Durch den Klimawandel werden die Jahresmitteltemperaturen auf allen Kontinenten im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter ansteigen. Mit unterschiedlichen Konsequenzen. Für die Menschen in Kenia wird es zunehmend schwieriger, Wasser zum Trinken, für das Vieh und für die Bewässerung der Felder zu finden. Wasserholen gehört in den ländlichen Gebieten zu den Aufgaben der Frauen und Mädchen. Oftmals müssen sie mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Die Steigerung der Produktivität der kleinbäuerlichen Familienbetriebe sind der Schlüssel gegen Hunger und Armut. Die Landwirtschaft, die fast ausschließlich zur Subsistenzwirtschaft dient, ist stark vom Klima abhängig. Veränderte klimatische Bedingungen mit Wasser- und Temperaturunregelmäßigkeiten wirken sich direkt auf die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und die Menge und Qualität der landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus. Aber auch auf den Gesundheitszustand der Nutztiere und auf die Fruchtbarkeit der Weidegebiete. Abholzung und der Verkauf von Holzkohle als Geldeinnahmequelle führen dazu, dass die natürliche Vegetation immer mehr verschwindet und die Böden auslaugen und erodieren. 

ADRA fördert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen

In Kitui County im Bezirk Mwingi Zentral im Osten Kenias führt ADRA ein Projekt zur Stärkung der Resilienz und Anpassung an den Klimawandel durch. Die Maßnahmen unterstützen 4.300 kleinbäuerliche Haushalte, um die Ernährungssituation zu verbessern. Mithilfe nachhaltiger Produktion von Nahrungsmitteln soll die Einkommenssituation der Familien erhöht werden. Der Bau von Sanddämmen und die Errichtung von Bewässerungsanlagen stellen den Zugang zu Wasser sicher. Gemeinschaftliche Obstbaumschulen und Gemüsegärten erweitern die Nahrungsmittelvielfalt. Wiederaufforstungen wirken den Bodenerosionen entgegen und das Ökosystem wird wiederhergestellt. ADRA stellt Saatgut und Baumsetzlinge zur Verfügung und errichtet ein Fortbildungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft. Ziel ist es, die Ernährung und Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig das Ökosystem zu rehabilitieren und zu schützen. Das Projekt trägt dazu bei, die Bevölkerung zu befähigen, trotz des Klimawandels wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.