Null Toleranz bei Missbrauch und sexuellen Übergriffen

In jüngster Vergangenheit wurden gegen einzelne Hilfsorganisationen Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens von Mitarbeitenden in Hilfsprojekten erhoben. Zum Schutz der Begünstigten in Hilfsprojekten fordert ADRA Deutschland e.V. vorbeugende Verpflichtungen für alle ehrenamtlich und hauptberuflich tätigen Mitarbeiter.

Humanitäre Einsätze basieren auf dem Mandat, für die betroffene Bevölkerungsgruppe Schutz und Hilfe sicherzustellen. Diesem Auftrag sieht sich ADRA Deutschland e.V. vollumfänglich verpflichtet. Laut Geschäftsführer Christian Molke können sich alle ADRA-Mitarbeiter an den Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ wenden. Dieses mit Juristen, Seelsorgern und Psychologen besetzte Gremium ist verpflichtet, jedem Hinweis nachzugehen.

Ergänzend zur Humanitären Charta und zu den Mindeststandards in der humanitären Hilfe, wie sie im Handbuch für Nichtregierungsorganisationen „Sphere“ benannt sind, fordert Molke einen verbindlichen Verhaltenskodex zur Prävention von Missbrauch und sexueller Gewalt für alle Mitarbeiter in humanitären Hilfsorganisationen: „Jede Organisation muss verbindlich und transparent sicherstellen, dass es gegenüber sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch keine Toleranz gibt und dazu vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Die vorhandenen Regeln und Werte müssen umgesetzt werden. Das kann nur gelingen, wenn die Problematik im Bewusstsein aller verankert und ‚wach‘ gehalten wird.“