Vergessen kostet Leben!

Humanitäre Katastrophen geschehen tagtäglich, sie erhalten aber nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Denn wenn sie über einen längeren Zeitraum stattfinden, werden sie von aktuellen Geschehnissen in den Medien abgelöst und geraten in Vergessenheit. So kämpfen Millionen Menschen um ihr Überleben, ohne dass die breite Öffentlichkeit Notiz davon nimmt. ADRA hilft diesen Menschen und setzt sich dafür ein, dass ihr Leid nicht in Vergessenheit gerät.

Humanitäre Krise im Jemen

Die humanitäre Lage im Jemen spitzt sich zu

Die Situation im Jemen ist alarmierend. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2015 wird die humanitäre Lage zunehmend kritisch. Das Land ist weitgehend abgeriegelt und die Hilfsgüter sind sehr knapp. Millionen Menschen mussten fliehen und leben im Elend, unzähligen Kindern droht der Hungertod. Die Gesundheitsversorgung ist fatal und selbst einfache Krankheiten können leicht zum Tod führen. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Zugang zu sauberem Wasser gibt und Cholera sich bedrohlich ausbreitet. Für ADRA sind in Hudaidah zwei mobile Einheiten in verschiedenen Distrikten unterwegs, um mit der Hilfe von Ärzten und Pflegepersonal die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine Hebamme betreut Schwangere und Mütter. In einem separaten Therapieprogramm werden unterernährte Kinder und Frauen mit Zusatz- und Aufbaunahrung behandelt. 

Kritische Situation für Flüchtlinge im Südsudan

Seit Jahren herrscht im Südsudan Bürgerkrieg. Die Zivilbevölkerung leidet unter der andauernden Gewalt und viele Menschen mussten ihre Dörfer verlassen. In den Bezirken Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors haben sich viele von ihnen angesiedelt. Dort sind sie in Sicherheit, aber es fehlt am Nötigsten. Die Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und leiden Hunger. Um den Hunger langfristig zu besiegen, unterstützt sie ADRA bei der Landwirtschaft und Fischerei. Es werden Produktionsmittel bereitgestellt und Wissen zu verbesserten Anbaumethoden sowie Vieh- und Fischwirtschaft vermittelt.

Der Bürgerkrieg in der Ukraine hinterlässt Spuren

Der seit 2013 bestehende Bürgerkrieg in der Ukraine hat vor allem in Luhansk und Donszek über zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Zurückgeblieben sind zerstörte Häuser, verlassene Städte und traumatisierte Menschen. Viele von ihnen haben nicht nur ihren gesamten Besitz, sondern auch Angehörige verloren. So fällt der Weg zurück zur Normalität sehr schwer. ADRA unterstützt die Betroffenen dabei, ihre kriegsbeschädigten Häuser zu reparieren. Hierfür wird das benötigte Reparaturmaterial zur Verfügung gestellt und mit der Hilfe von Bautrupps werden die Schäden behoben. Zusätzlich ermöglicht ADRA die Aufarbeitung von Traumata durch psychosoziale Betreuung.

Die vergessene humanitäre Krise in Somalia

Bei humanitären Krisen denkt kaum einer noch an Somalia. Dabei herrscht in Somalia eine der größten und komplexesten Notsituationen weltweit und das Land ist von einer Stabilisierung weit entfernt. Darüber hinaus belastet eine schwere Dürre die ohnehin sehr fragile Lage des Landes. Menschen verlassen ihre Dörfer, um in den Städten Arbeit als Tagelöhner zu finden, weil sie auf dem Land ihre Familie nicht mehr ernähren können. Seit rund 25 Jahren engagiert sich ADRA im Bildungssektor in Somalia. ADRA verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl den Aufbau von Infrastruktur fördert, die Bildungsministerien und -institutionen unterstützt und gleichzeitig die Partizipation der lokalen Bevölkerung sicherstellt. Als neue Komponente stellt ADRA an den Schulen die Verpflegung der Schüler sicher. Das verhindert, dass die Familien abwandern, weil ihre Kinder gut versorgt sind. Außerdem hilft ADRA in der aktuellen Hungerkrise durch viele andere Aktivitäten, wie Verteilung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser sowie die Verbesserung der Hygiene- und Sanitärsituation in Dörfern und Flüchtlingslagern, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern.

Spenden Sie für die Menschen, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen unter dem Stichwort „Vergessene Krisen". > Zum Online-Spendenformular