
Es war das schwerste Erdbeben in der japanischen Region seit über 140 Jahren. Mit einer Stärke von 9.0 auf der Richterskala erschütterte es am Nachmittag des 11. März den Norden Japans. Auf das Beben folgte ein Tsunami, der Häuser, Autos und auch Menschen fortspülte. Vor allem in der Präfektur Miyako ist das Wasser weit ins Landesinnere vorgedrungen. Über 3000 Menschen starben - Zehntausende werden vermisst. Weitere Nachbeben erschweren die Hilfsarbeiten und verschlimmern die Lage zusätzlich. ADRA Japan ist im Krisengebiet aktiv und leistet Nothilfe.
Zahlreiche Menschen haben durch das Erdbeben und den Tsunami ihre Bleibe verloren - wurden auf einen Schlag obdachlos. Die Wetterlage macht die Situation noch schwieriger, denn in der betroffenen Region herrschen aktuell Temperaturen von bis zu -6 °C. Außerdem sind die Nahrungsmittelangebote in der Krisenregion aufgrund zahlreicher Hamsterkäufe knapp.

Unsere Kollegen von ADRA Japan sind in der Krisenregion um Sendai aktiv, stellen in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Notunterkünfte bereit und verteilen warme Mahlzeiten. Für viele Erdbebenopfer war die warme Suppe – verteilt von ADRA - die erste Nahrung, die sie seit dem Erdbeben zu sich nehmen konnten.
Vor allem in Fokushima City nehmen zahlreiche Menschen die offenen Kirchengebäude als Notunterkünfte in Anspruch. Durch die Evakuierungsmaßnahmen rund um das Atomkraftwerk Fokushima sind sie ohne Obdach und finden nun in den Kirchen Unterschlupf. Zusätzlich hilft ADRA in Sendai City, Miyagino Ward, den Menschen in einem Evacuation Center. Bis zu 1000 Menschen finden dort Schutz vor der Kälte. LKWs haben am Mittwoch außerdem Decken, Plastikplanen und Lebensmittel zur weiteren Verteilung in Sendai gebracht.
Zusätzlich zur Bereitstellung von Unterkünften und der Vergabe warmer Mahlzeiten planen unsere Kollegen auch die weitere Verteilung verschiedener Non-Food Items wie Decken und Plastikplanen.
Trotz der Sorge um Auswirkungen der Explosionen im Atomkraftwerk Fokushima I, nahe der Stadt Sendai, sollten auch die zahlreichen Opfer des Erdbebens und Tsunamis nicht aus unserem gedanklichen Fokus verschwinden. ADRA Japan eruiert weiterhin nötige Hilfsmaßnahmen und koordiniert die Hilfe mit den Lokalbehörden.
Autor: Mirjam Greilich
