Die Probleme von Mädchen und Jungen haben in den Entwicklungsländern häufig eine deutlich unterschiedliche Qualität. Zu unseren Aufgaben gehört es ohne Zweifel, die Situation der Kinder in diesen Ländern insgesamt zu verbessern. Besonders bei den Mädchen stehen wir dabei vor spezifischen Herausforderungen, denn in den Kulturen der Entwicklungsländer haben Mann und Frau oft unterschiedliche Wertigkeiten.
Die Einschulungsrate in Schwellen- und Entwicklungsländern ist oft sehr niedrig, während die Abbrecherquote äußerst hoch ausfällt. Dies hat zum einen mit der Stellung der Frau in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu tun, zum anderen mit der hohen Sterblichkeit. Frauen sind in diesen Ländern einfach häufiger von Unterernährung betroffen als Männer. Hinzu kommen die Komplikationen während der Schwangerschaft.

Warum wir von Mädchen sprechen? Das durchschnittliche Heiratsalter liegt in den Entwicklungsländern bei 14 Jahren. Die Folgen der Schwangerschaft können diese jungen Frauen – auch und gerade aufgrund der schlechten Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten – kaum verkraften. Diese tödliche Mischung aus mehreren Faktoren hat dazu geführt, dass es in diesen Ländern immer weniger Frauen gibt.
Mädchenbeschneidungen werden auch heute noch in 28 Staaten Afrikas durchgeführt. Bei bis zu 100 Prozent der Mädchen werden in diesen Gebieten die weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder komplett entfernt. Diese Eingriffe erfolgen zumeist ohne ärztliche Hilfe, sodass die Mädchen unvorstellbare Schmerzen erleiden – die körperlichen wie psychischen Folgen sind oftmals verheerend. Neben religiösen Motiven oder einer falschen medizinischen Vorstellung, sind es ästhetische Gründe, die in Afrika zur Beschneidung von Mädchen führen. Ein weiterer Grund liegt in der Unterdrückung der Frau.
Das Recht auf Bildung sollte allen Kindern gleichermaßen zukommen – überall auf der Welt. Zusätzlich zu dieser Herausforderung für eine bessere Bildung von Jungen und Mädchen in den Entwicklungsländern, zählt die Gleichstellung der Frau in den Entwicklungsländern zu den besonderen Herausforderungen von ADRA Deutschland. Ziel ist es, neben der Chancengleichheit sowohl die Sterblichkeitsraten von Frauen zu reduzieren, als auch die so unnötige Mädchenbeschneidung ganz zu unterbinden.
Mit einer Spende können auch Sie einen wichtigen Beitrag leisten, damit die Benachteiligung der Frau in diesen Ländern bald der Vergangenheit angehört.
In vielen Entwicklungsländern stellt es sich leider immer noch so dar, dass Frauen das unterlegene Geschlecht sind und dementsprechend behandelt werden.
Diese Unterdrückung fängt meist schon im Kindesalter an. Mädchen haben schlechten bis gar keinen Zugang zu Bildung und werden in vielen Familien geringschätziger behandelt als Jungen.