Es ist nun schon 25 Jahre her, dass im Dezember 1986 der Beschluss gefasst wurde, den Verein ADRA Deutschland zu gründen. Seit jenen bescheidenen Anfängen mit nur zwei festangestellten Mitarbeitern und 200 ehrenamtlichen Helfern, konnte sich ADRA beständig weiterentwickeln. Heute kümmern sich 28 Mitarbeiter um die Durchführung weltweiter Hilfsprojekte und die Konmunikation zu unseren Spendern. Dank deren Unterstützung konnten wir auch im vergangenen Jahr Millionen Menschen in Not helfen und ihnen so neue Hoffnung schenken.
Neben 28 Angestellten leisten drei junge Menschen in unserem Haus ein Freiwilliges Soziales Jahr und unterstützen gemeinsam mit drei sogenannten BUFDI’s (Bundesfreiwilligen-Dienst) unsere Arbeit. Hinzugekommen sind zwei ADRA Shops: Einer in Weiterstadt und seit einem Jahr eine Neugründung in Bergisch-Gladbach. Die Aktion „Kinder helfen Kindern“ mit rund 350 Helferkreisen und etwa 3.500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfreut sich regen Zuspruchs, während die ADRA Stiftung sich als ein Segen für den Verein erwies, weil sie besonders den Bereich der Bildung und der Entsendung von Freiwilligen fördert. Insgesamt hat ADRA Deutschland unzähligen Menschen in 65 Ländern Hilfe gebracht, sei es bei der Sicherung des Lebensunterhalts oder beim Wiederaufbau nach Katastrophen. Im Jahr 2011 haben wir für unsere Arbeit rund 8,5 Millionen Euro erhalten.
Viele der Katastrophen des vergangenen Jahres sind bestimmt in Vergessenheit geraten: Die großen Regenfälle in Brasilien lösten im Januar gewaltige Erdrutsche aus. ADRA Deutschland unterstützte die Einsätze der lokalen Partner. Die Hungersnot an der Elfenbeinküste, ausgelöst durch Kriegswirren - wer erinnert sich daran? Aktion Deutschland Hilft entschied, gemeinsam Hilfe zu leisten und bat die Öffentlichkeit um Unterstützung.
Nicht vergessen ist eine - eigentlich drei – Katastrophen in Japan: Das ungewöhnlich heftige Erdbeben, dann der dadurch ausgelöste Tsunami am 11.3. und schließlich die nukleare Katastrophe in Fukushima. Die Welt war erschüttert. Eine Kehrtwende der deutschen Energiepolitik führte zur Abschaltung von Kernkraftwerken. Zeitweise erschien es, als priorisierte die Atomenergie-Debatte die Sorge um die Menschen in Japan, das bis heute noch lange nicht zur Normalität zurück gefunden hat. Medien und Hilfsorganisationen hatten es mit ihren Spendenaufrufen nicht leicht: „Japan kann sich selbst helfen“ so war häufig zu hören. ADRA Deutschland sah sich von Anfang an in der Pflicht, der japanischen Schwesterorganisation beizustehen und ihre Hilfeleistungen zu stärken. Ausdrücklich möchte ich allen danken, die uns dabei unterstützt haben.
Lange bevor sie in aller Munde und im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen war, hatten Hilfsorganisationen auf die bedrohliche Lage in Ostafrika hingewiesen: In Somalia und Kenia sind über 10 Millionen Menschen von einer der längsten Dürreperioden betroffen. Bis heute haben wir die Lage nicht unter Kontrolle und die Aussichten, wesentliche Verbesserungen zu bewirken sind gering. Verdursten, Hunger und Tod begegnen uns hier als Naturgewalt, der wir nur noch schwer etwas entgegen setzen können.
Doch trotz Banken- Schulden- und Euro-Krise bleibt ADRA weltweit im Dienst für Menschen tätig. Wir gehen nicht nach einigen Wochen der ersten Hilfe wieder nach Hause. Wir arbeiten noch immer in Haiti und in Pakistan. Diese Länder hatte es im Jahr 2010 besonders getroffen.
Möglich ist das nur, weil treue Spender hinter uns stehen, Menschen, die das Leid anderer nicht vergessen. Vielen Dank für diese Hilfe.
Wir danken auch den öffentlichen Geldgebern. Ohne die Zuwendungen des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wäre der Umfang unserer Hilfe nicht machbar. Wir sagen Dank auch für die Förderung durch die Europäische Kommission, die über ECHO und EuropAid unsere Projekte wirkungsvoll macht. Den Stiftungen und Spendern, die unsere gemeinsame Arbeit für Menschen in Not über Aktion Deutschland Hilft ermöglicht haben, gilt unser herzlicher Dank.
Allen Menschen, denen die Hilfe brauchen und denen, die Hilfe ermöglichen, wünsche ich von Herzen ein friedvolles, gesundes und bewahrtes Jahr 2012
Erich Lischek
Geschäftsführer