Die Lage am Horn von Afrika spitzt sich weiter zu. Allein in Somalia sind über vier Millionen Menschen von der Hungersnot betroffen - 750.000 droht der Tod, wenn nicht mehr Hilfe kommt. ADRA bündelt die Kräfte seines Netzwerks aus über 120 Länderorganisationen im Kampf gegen die Hungersnot in Ost-Afrika und hilft den Menschen - vor allem in Somalia, versorgt sie mit Wasser, kümmert sich um Sanitär- und Hygiene-Versorgung und verteilt Nahrungsmittel an die Hungernden.

Im Vergleich zum Monat Juli hat sich die gesundheitliche Situation vieler Flüchtlinge verschlechtert. Im Süden Somalias kommt es immer häufiger zu Masern und Durchfall-Ausbrüchen. Trotz der bisher geleisteten humanitären Hilfe gibt es noch immer tausende Menschen, die unterversorgt sind. Vor allem in den Flussgebieten wird sich die Ernährungssicherheit wohl auch in den kommenden vier Monaten verschlechtern. Zehntausende sind bereits an den Folgen des Hungers gestroben - mehr als die Hälfte sind Kinder.
Im Juni 2011 startete ADRA ein Hilfsprojekt für die Menschen in Somalia. Es soll die aktuellen Nöte der wie Wassermangel und unzureichende Nahrungsmittelversorgung innerhalb des nächsten halben Jahres lindern. Vor allem der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird durch das Projekt von ADRA erhöht. Innerhalb der nächsten drei Monate versorgt ADRA durch Trinkwasser-Lieferungen über 10000 Menschen täglich mit über sieben Litern frischem Trinkwasser. Zusätzlich repariert ADRA zwei vorhandene Bohrlöcher und Zisternen, um auch darüber eine bessere Trinkwasserversorgung gewährleisten zu können.
Um auch die Bedürfnisse im Bereich der Mittel des täglichen Bedarfs zu stillen, verteilt ADRA Gegenstände wie Wasserkanister, Decken oder Haushaltswerkzeuge an 400 Flüchtlingsfamilien, die besonders von der Dürre betroffen sind.
Seit Januar hat sich auch in Kenia der Wassermangel verstärkt. Noch immer bleibt der Regen aus und die Hauptwasserquellen sind nur noch 30 bis 60 Prozent gefüllt. Auch die Landwirtschaft ist durch den Wassermangel betroffen und die Nahrungsmittelversorgung im Land wird zunehmend schwierig. Hinzu kommt, dass zwischen Januar und März 2011 laut UNHCR insgesamt 97000 Menschen aus Somalia in die Nachbarländer Kenia und Äthiopien geflohen sind, um der Krise zu entkommen. Jede Woche treffen rund 10000 Somalier in den Notlagern im Osten Kenias ein – die Lager sind stark überfüllt. Das verschärft natürlich die Situation in Kenia.
Besonders gefährdet sind die Gebiete im unteren Osten Kenias, Süd-Kitui und Kajiado. Mehr als 3.5 Million Menschen sind in Kenia von der Dürre betroffen.
Um die akute Not der Menschen zu lindern und den Wassermangel zu beseitigen, hilft ADRA auch den Menschen in Kenia, in den Distrikten Kitui und Kajiado. Vor Ort werden drei Wasserzisternen installiert, die jeweils 10.000 Liter fassen. Zwei der Anlagen werden in Schulen eingerichtet, eine in einem Gesundheitszentrum. Wassertanks werden außerdem weitere fünf Zisternen mit sauberem Wasser versorgen.
Zusätzlich verteilt ADRA innerhalb der nächsten zwei Monate dreimal Nahrungsmittelpakete an insgesamt 200 betroffene Haushalte mit einer Größe von durchschnittlich sechs Personen. Die Pakete bestehen aus Maismehl, Bohnen, Pflanzenöl und Salz. Die Hilfe erreicht vor allem Schwangere, ältere Menschen und Behinderte. Zusätzlich werden 200 Kinder unter fünf Jahren durch das Projekt versorgt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Säuglingen, Kleinkindern und Schulkindern. Sie erhalten zusätzlich 4 Kg Sojamilch.

Über 3,5 Millionen Menschen leiden mittlerweile unter Dürre und Hunger, die Zahl mangel- oder unterernährter Kinder ist auf 450.000 gestiegen. Dennoch ziehen über 94.000 Menschen durch das ausgedörrte Wüstenland, auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Frauen und Kinder - am Ende ihrer Kräfte. Hier ein paar Zahlen, Daten und Fakten über die Arbeit des ADRA-Netzwerks in Somalia.

Grundbildung für alle bis 2015, so lautet eines der Milleniumsentwicklungsziele. Ein ehrgeiziges Ziel, dass auch ADRA anstrebt und unterstützt. In Somalia, dem Land mit der niedrigsten Schulrate, hat ADRA daher ein Projekt gestartet, dass vor allem Kindern und Frauen eine bessere Zukunftsperspektive eröffnet.

In Afrika tragen Frauen in großem Maße zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung bei. Dennoch bleibt ihnen oft der Zugang zu Bildung, Eigentum, Krediten und Dienstleistungen verwehrt. ADRA setzt sich für eine Stärkung der Frauenrechte - auch in Afrika, denn Afrikas Zukunft ist weiblich.


... von ADRA in Afrika

Die Schulkampagne von "Gemeinsam für Afrika" macht auf das enorme Entwicklungs- potenzial aufmerksam, dass durch eine Förderung der Mädchen und Frauen in Afrika freigesetzt wird.