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Online-Dossier: Frauen in Afrika

Die Vereinten Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt: Bis 2015 sollen die Benachteiligungen von Frauen und Mädchen bei Bildung, Berufschancen, Einkommen, Gesundheit und Ernährung überwunden sein. Doch wie ist die Realität bis heute? Zum Weltafrikatag haben wir uns die Lage der Frauen in Afrika - speziell in Kenia - einmal genauer angesehen.


Die Mädchenschule Kajiado nimmt junge Frauen auf, die vor Beschneidung und Zwangsehe geflohen sind | Bildquelle: ADRA Deutschland
Die Mädchenschule Kajiado nimmt junge Frauen auf, die vor Beschneidung und Zwangsehe geflohen sind | Bildquelle: ADRA Deutschland

 

Mehrmals im Jahr fährt die Kenianerin Evelyn Brenda zurück in ihr Heimatland. Ihr liegt die Situation der Frauen und Mädchen in Afrika sehr am Herzen. Sie selbst hat das Land vor Jahren verlassen. Nun unterstützt die engagierte Ehrenamtliche Projekte für Mädchen und Frauen in Kenia, so auch das "Kajiado Rescue Centre".

Es bietet jungen Mädchen eine Zuflucht, die vor Zwangsehe und Genitalbeschneidung geflohen sind. Sie finden dort nicht nur ein neues Zuhause, sie können auch ihre Schulausbildung abschließen. ADRA engagiert sich für die Mädchen in Kajiado und unterstützt sie beispielsweise beim Bau eines Speisesaals und einer Küche.

Auch in diesem Jahr besuchte Evelyn Brenda wieder das "Kajiado Rescue Centre". Mit im Gepäck: 20.000 Euro von ADRA für Schulkosten und Hygieneartikel. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die großzügigen Spenden, die das Leben der Mädchen in Kenia wieder lebenswerter machen.

Mädchenschule in Kajiado

Insgesamt 160 junge Mädchen bekommen im "Kajiado Rescue Centre" eine Unterkunft, Verpflegung und können eine Ausbildung machen, um für ihre Zukunft vorzusorgen. Mit nur 20 Euro kann dort ein Mädchen einen ganzen Monat lang zur Schule gehen.

Neben dem Ziel, die Rechte der Mädchen zu verstärken, soll in Kenia gleichzeitig ein kultureller Wandel erwirkt werden. Die Einführung eines alternativen Ritus soll die Beschneidung unter den Massai endlich beenden.

"Es ist eine ruhige und genaue Aufklärung darüber notwendig, welche Auswirkungen die Genitalbeschneidung auf die Gesundheit der Frauen hat", so Brenda. 

Es ist wichtig, die Männer von Anfang an mit einzubeziehen, denn ihr Wort spielt eine große Rolle in den Familien.

"Im Gespräch mit den Frauen und Dorfältesten versuchen wir, die Gründe dafür zu verstehen, warum sie die Praxis der Beschneidung durchführen" sagt uns Evelyn Brenda.

Eine Frau der Dorfgemeinschaft sagte beispielsweise: "Dieses Verfahren wurde uns über viele Generationen weitergegeben. Doch wenn sich die Menschen da draußen keine Zeit nehmen, darüber nachzudenken, warum wir unsere Töchter diesem Ritus unterziehen, wenn sie glauben, wir wollten unsere Töchter verletzten oder wenn sie uns gleich hinter Gittern sehen wollen – dann machen wir zu und tun es heimlich weiterhin! Aber hier sehen wir Verständnis und deshalb sind wir bereit, zu diskutieren und eine Veränderung herbeizuführen".

Die Gespräche haben sich also ausgezahlt und bei vielen Dorfältesten bereits das Verständnis für die Gefahren der Beschneidung bei Frauen geöffnet: Im Kajiado Mädcheninternat wurde ein alternativer Ritus eingeführt, der den Mädchen auch ohne Beschneidung das Gefühl vermittelt, dass sie jetzt die Reife einer erwachsenen Frau erreicht haben.

Während der traditionellen Zeit der Beschneidung, Ende November, werden die Mädchen des Kajiado Mädcheninternats für zwei Wochen intensiv unterrichtet, was es heißt, eine Frau zu werden. Fragen der Gesundheit, Hygiene, Sexualität und Geburt werden durchgenommen und im traditionellen Kontext die Rolle der Frau und Mutter besprochen. Am Ende des Seminars steht eine große Abschlussfeier, zu der alle Eltern, Verwandte und Dorfbewohner eingeladen werden. In einem Festprogramm mit viel Musik und Ansprachen werden den Mädchen Urkunden übergeben, die ihre Reife zur Frau bestätigen. "Das ist ein unglaublicher Fortschritt in der Gesellschaft Kenias", so Evelyn Brenda.

Vor Jahren wurden wir noch als Feinde betrachtet, die das Leben und die Traditionen durcheinander brachten. Doch heute ist eine Brücke gebaut worden und damit hat ein neues Kapitel in dieser Kultur begonnen. Die Mädchen können auf eine bessere Zukunft hoffen.

In Kenia ist der erste Schritt, hin zu einer Stärkung der Frauenrechte gemacht. Mit einer ausgiebigen Kommunikation zwischen den Kulturen ist also ein Wandel der Tradition möglich. Menschen wie Evelyn Brenda sind durch ihr Engagement maßgeblich an diesem Wandel beteiligt - wir danken der ehrenamtlichen Helferin sehr für ihren Einsatz.

"Wenn ich das Lächeln der Kinder sehe und, dass die Mädchen in Kajiado neue Hoffnung für ihr Leben haben, dann weiß ich, dass wir zusammen die Welt positiv verändern können", so Brenda.



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