In dieser Woche werden – nach unserem Wissen zum ersten Mal – 200 junge Mädchen auf einen neuen, alternativen Ritus vorbereitet, der sie in die Welt der Erwachsenen einführen wird.
Ähnlich wie in dem traditionellen Verfahren der Massai, werden sie sich intensiv mit Fragen zur Gesundheit, zur gesellschaftlichen Rolle, der Bildung und ihrer Verantwortung innerhalb der Dorfgemeinschaften auseinander setzen. Später sollen sie eine Vorbildfunktion in ihrem gesellschaftlichen Umfeld übernehmen.
Am Sonntag, dem 30. November, wird dann im Rahmen einer offiziellen Feierstunde der neue Ritus ohne jedwede körperliche oder psychische Verletzung an ihnen vollzogen. Mit großer Spannung warten daher Vertreter der Kirche, der Medien und der Politik in Kenia auf diesen "Alternative Rite of Passage" – dies umso mehr, als die traditionellen Kreise die Zeremonie anerkennen wollen.
Die Kajiado Mädchenschule ist eine Zufluchtstätte für 160 junge Mädchen in Kenia. Sie sind alle vor Zwangs- oder Frühverheiratung und vor allem vor der Beschneidung geflohen. Kajiado, anderthalb Autostunden von Nairobi entfernt, bietet den Mädchen eine der wenigen Möglichkeiten, ohne Familie, ohne Dorfgemeinschaft, ohne ihren Stamm zu überleben.
ADRA Deutschland und die befreundete Initiative "Penda Kenia" – sie wurde von in Deutschland lebenden Kenianerinnen gegründet – fördern das Mädchenheim, an das auch eine Schule angeschlossen ist, seit über drei Jahren.