Menschen in der Bagh-Region kämpfen um ihr Überleben.
In der Hauptstraße von Bagh, drücken sich Menschen, Tiere und Fahrzeuge durch die enge Fahrspur, die vom Schutt der eingestürzten Häuser befreit wurde. Zerstört sind die vielen kleinen Geschäfte, die Werkstätten von Handwerkern und die Läden der Dienstleister. Jeder versucht, die Dinge für die Bewältigung des Alltags zu organisieren. Es ist ein unfreundlicher, harter Kampf unter den Menschen ausgebrochen, denn wo Hunger und Durst drohen, da gibt es keine Rücksichtnahme mehr. Gewalt und Unrecht machen das Leben zunehmend unsicher. Die meisten Hilfsorganisationen sorgen sich besonders um die medizinische Versorgung und setzen sich für die Aufnahme des Schulunterrichts ein. Auch die psychologische Betreuung traumatisierter Kinder und Erwachsener sind ein wesentlicher Teil der Hilfe, die hier angeboten werden. ADRA kümmert sich schwerpunktmäßig um die Unterkunft der Familien und hat mit drei Hercules-Maschinen Zelte und Decken nach Bagh gebracht und verteilt. Nach den aktuellen Meldungen ergibt sich für die Region Bagh ein ernstes Bild. So sind von 22.539 Beton-Gebäuden 17.405 völlig zerstört. Von den 44.543 Lehmhäusern stehen nur noch 14.299 den Bewohnern zur Verfügung. Die Nachfrage nach Zelten, Decken und Heizöfen ist daher enorm und dringend. Von den öffentlichen Gebäuden – einschließlich aller Krankenhäuser und Klinken, der Polizei-Stationen und der zivilen Verwaltungseinrichtungen – sind 99 Prozent völlig zerstört. Folglich leben die Menschen zwischen den Trümmern ihrer einstigen Häuser. Sie schaffen sich zwischen den Mauerresten Freiräume, die sie notdürftig abdecken, um einen Platz zum Überleben zu finden.