Im Dezember 2008 erklärten die Vereinten Nationen den 19. August zum "Welttag der Humanitären Hilfe". Ausschlaggebend für das gewählte Datum war der Bombenanschlag auf das Büro der Vereinten Nationen in Bagdad am 19. August 2003. 22 Menschen kamen dabei ums leben, darunter auch der damalige Hochkommissar für Menschenrechte. Der Gedenktag der UN soll die oftmals riskante Arbeit der humanitären Helfer in den Krisengebieten dieser Welt würdigen.
Humanitäre Hilfe zeigt sich auf vielerlei Weise. Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle fasste gestern den Einsatz unseres Landes wie folgt in Worte:
"Deutsche humanitäre Hilfe ... ist Ausdruck unserer menschlichen Solidarität mit den Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten. Unsere Hilfe ist allein dem Ziel verpflichtet, Leben zu retten und zu bewahren, Leiden zu lindern und den Betroffenen ihre Würde zurück zu geben."
Dem schließen wir uns als ADRA selbstverständlich an. Die Liste mit Ländern, in denen Elend und Armut herrschen, ist lang. Deshalb hat sich ADRA dazu verschrieben, in all diesen Ländern tätig zu werden, um die Missstände zusammen mit starken Partnern wie dem Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission langfristig abzustellen. Als Gründungsmitglied der "Aktion Deutschland hilft" engagieren wir uns außerdem im Verbund mit anderen Hilfsorganisationen für notleidende Menschen auf der ganzen Welt.
Doch was viele nicht bedenken: humanitäre Hilfe birgt auch große Gefahren für die Helfer. Wer als Helfer beispielsweise in ein durch eine Naturkatastrophe gebeuteltes Gebiet vordringt kann sich seiner Unversehrtheit nie ganz sicher sein. Doch nicht nur die Krisensituationen bedingt durch Naturkatastrophen können eine potenzielle Gefahrenquelle sein.
Viele Länder, in denen Elend und Armut herrschen sind politisch instabil. Der Ausbruch von Aufständen ist in den Krisensituationen daher oft nur einen Steinwurf entfernt. Immer wieder behindert das auch die Arbeit der Hilfsorganisationen, denn wenn die Lage zu riskant ist müssen Organisationen oft ihre Arbeit pausieren, um die Helfer nicht zu gefährden.
Trotz großer Vorsicht wird die Arbeit für die Helfer zunehmend gefährlicher. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Übergriffe auf humanitäre Helfer in den letzten Jahren rapide angestiegen. Kamen 1999 noch 30 Helfer zu Tode, so ist die Zahl im vergangenen Jahr auf 102 angestiegen.
Trotz der Gefahren sehen wir uns als christlich geprägte Hilfsorganisation in der Verantwortung, aktiv zum Schutz der Menschen weltweit beizutragen. Eine Besonderheit von ADRA stellt hierbei vor allem das umfangreiche Netzwerk an Helfern dar. Diese sind rund um den Globus verteilt - in über 125 Ländern hat ADRA Regionalbüros, die im Fall einer Katastrophe auch als Stützpunkt vor Ort dienen. So sind wir in der Lage, durch die bereits vorhandene Infrastruktur schnell und unkompliziert Hilfe zu leisten.
Uns als Hilfsorganisation ist es außerdem ein Anliegen, nicht nur akute Nothilfe zu leisten, sondern einen Schritt weiter zu denken und die Menschen nachhaltig und damit langfristig zu unterstützen und zu befähigen, sich in Zukunft selbst zu helfen. Besonders am Herzen liegen uns dabei die integrierten Projekte. Sie zeichnen sich durch einen vielschichtigen Ansatz aus, denn die Durchführung eines einzelnen Projekts bringt kein nachhaltiges Ergebnis, weil zu viele Voraussetzungen fehlen. Die Zusammenarbeit muss stattdessen an unterschiedlichen Bereichen anknüpfen und einer Dorfgemeinschaft gleichzeitig die Nahrung sichern, für die Ausbildung und die Gesundheit sorgen, nach Wasser bohren, die Infrastruktur verbessern und die Eigenständigkeit der Menschen so fördern, dass sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.
Der Erfolg unserer Projekte gibt uns recht und bestärken uns in unserer Absicht: "Damit Menschen wieder hoffen können" überall auf der Welt.