Sie sind hier: ADRA Deutschland Startseite Aktuelles Welternährungstag 2012: Problemfaktor ungerechte Nahrungsmittelverteilung
Empfehlen

16. Oktober 2012

Dieser Artikel wurde am
16. Oktober 2012 von Mirjam Greilich veröffentlicht.

Welternährungstag 2012: Problemfaktor ungerechte Nahrungsmittelverteilung

Traurig aber wahr: jeder achte Mensch auf dieser Erde geht Abends hungrig ins „Bett“. Dagegen ist jedes vierte Kind, das in den großen Industrienationen lebt, übergewichtig. Dieses Ungleichgewicht veranlasst uns, zum Welternährungstag noch einmal auf die Missstände in unserer Welt aufmerksam zu machen und für nachhaltige Ernährungsprojekte zu werben.

Nahrung, das ist für die meisten von uns nicht nur ein Grundbedürfnis – mit Essen verbinden wir Genuss, Völlerei, Tiefkühlkost, den Italiener um die Ecke oder aber ein gemütliches Dinner zu zweit. Wer Heißhunger hat, kann ihn in der Regel ohne größere Schwierigkeiten oder Aufwand befriedigen, die oft laufnahen Supermärkte bieten uns mehr Auswahl, als uns lieb ist. Doch nicht überall auf der Welt kann man seine Gelüste – nein – seinen Hunger - auf diese Art besänftigen.

Weltweit hungern immer noch etwa 868 Millionen Menschen. Besonders betroffen sind davon Afrika und Asien. Etwa 100 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Eine maßgebliche Ursache diesen Hungers ist die Ungleichverteilung der Nahrungsmittel. Die globale Landwirtschaft wäre laut der UN Organisation für Ernährung und Landwirtschaft durchaus in der Lage 12 Milliarden Menschen ausreichend zu ernähren. Doch müsste dafür auch in der Nahrungsmittelproduktion umgedacht werden. Um nur ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, wird alleine 16 Kilogramm Getreide benötigt: ein geringerer Fleischverzehr wäre daher schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein weiterer kritischer Bereich: die Produktion von Ethanol. Allein in Deutschland flossen im vergangenen Jahr drei Millionen Tonnen Getreide in die Produktion von Biosprit – Nahrung für zehn Millionen Menschen.

Um das Ungleichgewicht in der Nahrungsmittelverteilung zu minimieren, müssten wir generell umdenken. Es ist schockierend, dass beispielsweise in Afrika, einem Land mit großem Nahrungsmittelexport tausende Menschen Hunger leiden. ADRA legt daher wert auf einen nachhaltigen Ansatz bei seinen Hilfsprojekten. Nachhaltig heißt für uns vor allem, die Kleinbauern im Wettbewerb mit Großplantagen so zu stärken, dass sie sich selbst und langfristig die ganze Welt ernähren können. Dabei spielen unter anderem moderne Anbaumethoden und bessere Anbindungen an Märkte eine Rolle.

Beispielland Mali: ADRA hilft im nachhaltigen Sinn

Bei Dürrekatastrophen wie der in Mali hilft ADRA nicht nur durch die sofortige Verteilung von Nahrungsmitteln oder sauberem Trinkwasser. Der regionale Markt in den Entwicklungsländern wird unterstützt, um keine Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen. In Mali bietet ADRA beispielsweise sogenannte "Cash for Work" und "Cash for Training" Workshops an. So werden der notleidenden Bevölkerung wichtige Fähigkeiten vermittelt, die langfristig zur Bekämpfung der Hungersnot dienen. Die Einnahmen stärken die Binnennachfrage und führen dazu, dass der lokale Markt wieder attraktiver für die Händler wird. Zur langfristigen Stabilisierung der Lage werden vor allem Schulungen für verbesserte Anbaumethoden in Mali durchgeführt, die an die veränderten Klimabedingungen angepasst sind. Zusätzlich fördert ADRA den Anbau von Nahrungsmitteln in Gemüsegärten. Dazu verteilt ADRA Setzlinge und Werkzeuge.

Ihre Spende hilft, den Menschen in Mali langfristig eine bessere Zukunft zu schenken.