
Naturkatastrophen mit schweren personellen und wirtschaftlichen Schäden häufen sich. Und nicht nur das: In vielen Entwicklungsländern wissen die Menschen nach einer Überschwemmung bereits, dass die nächste Flut nur eine Frage von Monaten ist. Doch wie kann man den Menschen helfen, diesen Kreislauf aus Neuanfang und Flucht zu überwinden? Am 13. Oktober, dem Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge, wollen wir ganz gezielt auf ein Projekt von ADRA in Nepal aufmerksam machen, das sich auf Katastrophenvorsorge konzentriert.
Allein im vergangenen Jahrzehnt ereigneten sich weltweit über 4100 Katastrophen, die mehr als eine Million Todesopfer forderten. Eines ist klar: Aufhalten können wir Naturkatastrophen nicht. Doch die Katastrophenvorsorge ist besonders für diejenigen ein zentraler Faktor, die nahezu regelmäßig mit Überschwemmungen, Erdbeben, Dürren oder Bränden rechnen müssen.
2011 startete ADRA ein Projekt zur Katastrophenvorsorge in Nepal. Die Menschen im Distrikt Dang leben direkt am Flussdelta. Jahr für Jahr werden sie Opfer von Überschwemmungen, denen ihre einfachen Lehmhütten nicht standhalten. Fortziehen können sie nicht, denn ihre Existenz und damit ihr Überleben - hängt vom Fischfang ab. Auch die Menschen in Salyan und Rukum werden nahezu jährlich Opfer von Naturkatastrophen wie Erdrutschen oder Feuerausbrüchen. Immer wieder müssen die Menschen von vorn anfangen, weil ihnen die Katastrophen alles nehmen, doch darauf vorbereiten können sie sich nicht – es fehlt am nötigen Geld und Wissen.
Zusammen mit dem Roten Kreuz gibt ADRA den Menschen in Dang, Salyan und Rukum Mittel und Wege an die Hand, die Naturkatastrophen mit möglichst einfachen Maßnahmen zu überstehen. Die erste Aufgabe von ADRA war es, das Bewusstsein der Menschen für Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge durch Schulungen und Straßentheater zu sensibilisieren. Infografiken geben Auskunft, wie man sich in einem Katastrophenfall verhält. Zusätzlich wurden spezielle Gruppen ausgebildet, die im Fall einer Katastrophe gezielt Maßnahmen zur Sicherung der Bevölkerung einleiten und Erste Hilfe leisten können. Notfall- und Evakuierungspläne helfen den Menschen, im Falle einer Katastrophe schnell zu handeln. ADRA war es bei diesem Projekt vor allem wichtig, einfache und möglichst preiswerte Maßnahmen einzuleiten, die nach einer Schulung durch die Dorfbevölkerung selbst durchgeführt werden können. So bauten sich beispielsweise die Bewohner mit einfachsten regionalen Mitteln voll funktionstüchtige Schwimmwesten, die vor allem den Kleinsten im Fall einer Flutkatastrophe Sicherheit bieten sowie Flöße, die die Famlien sicher wieder an Land bringen können.
Durch dieses Projekt kann ADRA die Lebensumstände von über 13.500 Menschen langfristig verbessern. Dieses Ziel haben wir auch für andere Länder weltweit, um Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst helfen zu können.