Seit Wochen hält die Situation in Syrien die Welt in Atem. Nahezu täglich berichten die Medien von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Assad-Regime und Oppositionellen. Das Auswärtige Amt in Berlin reagiert mit einem eigenen Arbeitsstab darauf. Laut Außenminister Westerwelle sei es wichtig, die humanitäre Hilfe zu verstärken. ADRA unterstützt die syrischen Flüchtlinge in Jordanien und bereitet sich auf Hilfsprojekte in Syrien vor.

Hundertausende fliehen aus Angst vor den blutigen Auseinandersetzungen aus Syrien | Bildquelle: alertnet/Reuters/Zohra Bensemra
In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo toben seit Wochen schwere Kämpfe zwischen syrischen Oppositionellen und der Armee des Machthabers Baschar al-Assad. Auch in der Hauptstadt Damaskus kam es zu Zusammenstößen zwischen den Truppen Assads und den Rebellen. Nach Schätzungen der Nachrichtendienste sind bislang etwa 18.000 Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen. Überall im Land gibt es Versorgungsengpässe.
3 Millionen Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen und benötigen laut Einschätzungen der Vereinten Nationen und der syrischen Regierung Hilfsmittel wie Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung, doch bislang ist die Sicherheitslage zu riskant.
Über 1 Million Menschen haben bereits ihr Zuhause verlassen und sind innerhalb Syriens geflüchtet, Hunderttausende haben aus Angst vor der Gewalt im Land ihre Heimat ganz verlassen und fliehen in die Nachbarländer Libanon, Jordanien, Irak und die Türkei. Aufgrund der starken Flüchtlingsströme droht eine Ausweitung der Konflikte über die Grenzen Syriens hinaus.
Laut Angaben der Regierung haben allein in Jordanien über 150.000 syrische Flüchtlinge Zuflucht gesucht. Ein Mitarbeiter von ADRA Jemen befindet sich vor Ort, um die Lage zu erfassen und mögliche Projekte in der Region vorzuschlagen. Schon jetzt führt ADRA ein Cash Transfer-Projekt für die Flüchtlinge aus Syrien durch. 100 Familien erhalten dabei über drei Monate finanzielle Unterstützung, damit sie sich in Jordanien eine Unterkunft leisten können.
Weitere Hilfsmaßnahmen – auch in Syrien - sind in Planung. Bislang kann ADRA aufgrund der kritischen Sicherheitslage in Syrien noch nicht aktiv werden. ADRA Mitarbeiter eruieren aber bereits, welche Hilfe die Menschen vor Ort am dringendsten benötigen, um nach einer Verbesserung der Situation schnell reagieren zu können. ADRA plant unter anderem Trinkwasser und Bedarfsgüter wie Zahnbürsten, Seifen und Hygieneartikel an die Flüchtlinge zu verteilen.