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27. Januar 2011

Dieser Artikel wurde am
27. Januar 2011 von Mirjam Greilich veröffentlicht.

Pakistan - ein halbes Jahr nach der Flut

Es war die schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte Pakistans, die das Land im Sommer 2010 buchstäblich überschwemmte. 21 Millionen Menschen waren von der Flut betroffen, rund 1,7 Millionen Häuser und 5,4 Millionen Hektar Land wurden zerstört. Auch ein halbes Jahr später sind die Auswirkungen der Katastrophe noch deutlich zu spüren. ADRA hat zwei große Hilfsprojekte gestartet und wird auch bei weiteren Aufbauarbeiten im Land Unterstützung leisten.

Die Flut hat viele Pakistaner obdachlos gemacht

Zwar sind die Wassermassen größtenteils abgelaufen und etwa 90 Prozent der Menschen sind wieder in ihren Heimatdistrikt zurückgekehrt, doch können viele ihre Häuser nicht mehr beziehen, da sie durch die Flut instabil geworden sind. Überall an den Straßenrändern sieht man Zelte, in denen die Menschen vorübergehend Zuflucht suchen. Auch haben diejenigen, die noch eine nutzbare Bleibe haben, Platz geschaffen, um weiteren Menschen vorübergehend Obdach zu geben.

Nahrungsmittelversorgung im Land weiterhin schwierig

Die Ernte wurde von den Fluten weggespült. Was auf den Feldern noch übrig ist, ist ungenießbar oder unter einer dicken Schlammschicht vergraben, die wie Beton auf Feldern haftet. In vielen Regionen beinhaltet der Schlamm giftige Metalle, die darunterliegenden fruchtbaren Flächen sind also völlig kontaminiert. Neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln benötigen die Menschen auch Unterstützung in der hygienischen Versorgung und vor allem einen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Verteilung von 20.000 Hygiene-Sets

Verteilung von Hygiene-SetsBereits kurz nach der Flutkatastrophe begann ADRA daher, mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes, 20.000 Hygiene-Sets an die Opfer der Katastrophe zu verteilen. Die Pakete enthalten Seife, Kämme, Bürsten, ein Mittel gegen Läuse, Handtücher, Plastikwannen und Behälter in verschiedenen Größen, Reinigungsmittel und Toilettenbedarf. Für Frauen kommen entsprechende Hygiene-Artikel dazu. Die Mittel täglichen Bedarfs reichen dabei etwa 1 ½ Monate.

Damit die Menschen trotz der schlechten Hygienebedingungen, die die Flut hervorgebracht hat, weiterhin gesund bleiben, hat ADRA zu Beginn der Katastrophe die Durchführung von 35 Gesundheitstrainings geplant. Unterstützt werden wir dabei durch die in Pakistan ansässige HAYAT Foundation. Die lokal ansässige und anerkannte Organisation unterstützt uns bei der Umsetzung der Verteilaktionen und der Gesundheitstrainings vor Ort. Durch ihre Sprachkenntnis ist eine große Hürde in der Kommunikation mit den Ansässigen genommen.

Und die Trainings laufen sehr gut an. Jetzt – ein halbes Jahr nach der Flut – können wir vermelden, dass sogar 50 – 60 Gesundheitstrainings durchgeführt werden können, um die Menschen in medizinischen Grundfragen zu schulen. Rund 40 000 Menschen im besonders stark betroffenen Gebiet um Shah Jamal im Muzaffaragarh Bezirk in der Punjab Provinz können von diesen Maßnahmen profitieren.

Wasseraufbereitungsanlage versorgt die Menschen mit sauberem Wasser

Auch im Bereich der Wasserversorgung ist ADRA aktiv. Denn ohne sauberes Wasser sind alle anderen Maßnahmen auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt. Mit Unterstützung von Aktion Deutschland hilft hat ADRA eine hochleistungsfähige Wasseraufbereitungsanlage in der betroffenen Region installiert.

Mit dieser Anlage werden täglich etwa 35.000 Liter Trinkwasser produziert. 18.000 Liter des gefilterten Wassers gehen täglich an drei Verteilstationen in nahegelegenen Dörfern. Jedes Dorf erhält je 6.000 Liter sauberes Trinkwasser pro Tag.

Auch weiterhin sind die Menschen in Pakistan auf die Unterstützung der Hilfsorganisationen angewiesen. Es gibt noch jede Menge zu tun, um ihre unmittelbare Not  zu lindern und ihnen wieder eine Zukunftsperspektive zu geben.