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11. Oktober 2012

Dieser Artikel wurde am
11. Oktober 2012 von Sandra Daxenbichler veröffentlicht.

Erster Internationaler Tag des Mädchens

Kinder brauchen Bildung und Sicherheit durch ihre Familie. Doch was ist, wenn beides fehlt? Am 11. Oktober 2012 denken viele Menschen besonders an die Mädchen und Frauen, nach denen keiner fragt, die in ihren Sorgen und Nöten oft alleine gelassen werden. Der Internationale Tag des Mädchens, eingesetzt von den Vereinten Nationen, wird heute zum ersten Mal begangen. Besonderer Schwerpunkt ist die Verheiratung von Mädchen in Entwicklungsländern.

Jährlich werden laut den Vereinten Nationen 10 Millionen Mädchen unter 18 Jahren ohne ihre Zustimmung verheiratet. 50.000 dieser jungen Mädchen und Frauen überleben auftretende Komplikationen bei der Schwangerschaft und Geburt nicht. Laut Artikel 16 der Menschenrechte darf eine Ehe zwar nur in gegenseitigem Einvernehmen geschlossen werden – wer aber fragt die jungen Mädchen? Leider ebenso aktuell sind Themen wie Genitalverstümmelung oder häusliche Gewalt. Um diesen schrecklichen Kreis zu durchbrechen, hat ADRA Deutschland verschiedene Projekte speziell für Mädchen und Frauen gestartet.

"Kajiado Rescue Centre" in Kenia: Wo Mädchen wieder hoffen können!

In der Mädchenschule Kajiado finden junge Frauen ein Zuhause, die vor Genitalverstümmelung und Zwangsehe geflohen sind. 160 Massai-Mädchen erhalten hier Unterkunft, Verpflegung und eine gute Schulausbildung. Um die Einstellung der Menschen in Kajiado zur Frühheirat und Genitalbeschneidung generell zu verändern, informiert ADRA Deutschland die Bewohner, speziell die Dorfältesten und klärt sie über die Folgen dieser grausamen Prozedur auf. Ein alternativer Ritus wurde eingeführt, der mit speziellem Unterricht und einer Urkunde den Mädchen ihre Reife zur Frau bestätigt, ohne dass sie beschnitten werden müssen. Dieser Ritus wird bereits von vielen Dorfältesten akzeptiert.

> Download: Informationen zur Arbeit von ADRA in Kajiado

Bau von Schulen und Bildungszentren in Somalia

Somalia ist das Land mit der weltweit niedrigsten Schulrate. Auch wenn das Recht auf Bildung in Artikel 26 der Menschenrechte verankert ist, gehen nur knapp 28 Prozent der über 1,6 Millionen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren zur Grundschule. Sie bleiben selten bis zur vierten Klasse oder länger. Von den erwachsenen Frauen können nur 12 Prozent lesen und schreiben. Daher hat ADRA Deutschland 1996 ein langfristiges Bildungsprojekt in Somalia umgesetzt, das heute noch mit Unterstützung der Europäischen Union läuft. Zusammen mit anderen Organisationen baut ADRA Deutschland Schulen und Bildungszentren im Land auf. Da besonders Mädchen und Frauen betroffen sind, liegt hier ein großer Schwerpunkt der Arbeit.

Gegen häusliche Gewalt: Frauenhaus in Serbien

2009 wurde in Serbien ein Frauenhaus gegründet, um bis zu 16 Frauen mit ihren Kindern Zuflucht und Schutz vor ihren gewalttätigen Ehemännern zu bieten. Drei Monate können die Frauen dort bleiben. In monatlich stattfindenden Kreativwerkstätten lernen sie z.B., wie ein guter Lebenslauf ihnen bei ihrem Einstieg ins Berufsleben hilft. Durch den Erfolg dieses Projekts im serbischen Podunavlje-Bezirk bot auch die Stadtverwaltung ihre Zusammenarbeit an. Ende 2012 wird die Stadt das Projekt übernehmen. ADRA leistet nun im serbischen Rundfunk und Fernsehen Aufklärungsarbeit zum Thema häusliche Gewalt und ihre Folgen.

Strahlende Augen durch die "Aktion Kinder helfen Kindern!"

Auch in Osteuropa ist ADRA Deutschland aktiv: Die "Aktion Kinder helfen Kindern!" hat letztes Jahr über 39 000 kleine Menschen glücklich gemacht. Ivana, sechs Jahre alt, teilt ihre Freude mit uns: "Über euer Paket habe ich mich riesig gefreut. Es waren eine Puppe, Schokolade, Bonbons und Handschuhe drin. Besonders gefällt mir die Puppe. Ich werde sie Lola nennen, weil meine Katze Mica heißt, ich finde, das passt ganz gut." Dieses Jahr kann wieder bis 25. November gepackt werden.

Mit diesen Hilfsprojekten verändert ADRA Deutschland nachhaltig das Leben vieler Mädchen und Frauen in unterschiedlichen Regionen dieser Erde. Helfen auch Sie mit!